Michael Tomasello: Warum wir kooperieren

Teilen lernt nur, wer es schon kann. Was macht uns eigentlich zu sozialen Wesen, die immer auch an die anderen denken? Michael Tomasello widmet sich einer alten Frage mit empirischen Mitteln und sieht uns von Natur aus zur Zusammenarbeit begabt.

von Helmut Mayer - 03. April 2013

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Friedrich Liebling: Eine Grösse der Tiefenpsychologie in Zürich

Schlaglicht auf den toten Winkel

Zürich war einmal ein wichtiges Zentrum der Tiefenpsychologie.- Von Jan Strobel - Tagblatt der Stadt Zürich - 04. Mai 2022

Diese Vergangenheit ist heute aus demBewusstsein verschwunden. Die Ausstellung «Zürich entschweigen» möchte das ändern. Von Jan Strobel

Friedrich Liebling mit Ehefrau Bild2
Grösse der Tiefenpsychologie in Zürich: Friedrich Liebling (1893 bis 1982) mit Ehefrau Maria Liebling-Ulbl. Lieblings «Zürcher Schule» wurde nach seinem Tod immer wieder fälschlicherweise mit dem Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis (VPM) in denselben Topf geworfen. Bild: PD

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Welche Faktoren beeinflussen psychische Stabilität?

12. Februar 2013

Pädagogen, Psychologen und Mediziner können sich heute auf eine reichhaltige empirische Forschung abstützen, um das derzeitige und auch möglicherweise zukünftige Ausmass der seelischen Beeinträchtigung eines Menschen zu orten.Ebenso stehen der Fachwelt heute gut abgestützte Wege zur Verfügung, die aus einer vorhandenen seelischen Enge (Neurose) herausführen.

 asc. Frau Neumann meldet ihren 6jährigen Sohn beim Kinderpsychologen an. Sie macht sich Sorgen um seine Stimmung, er weine oft ohne ersichtlichen Grund, ziehe sich zurück. Liegt hier eine depressive Verstimmung vor? In der Diagnostik malt der Junge ein Bild seiner Familie. Der Mutter fliessen dicke Tränen über das Gesicht. Im Gespräch äussert er: «Die Mama ist traurig.» Warum, das weiss er nicht. Die weitere diagnostische Abklärung (Anamnese, Leistungstest, projektiver Test) ergibt keine besondere Auffälligkeit. Die Psychologin fragt die Mutter im Elterngespräch, ob das Thema Trauer ein Thema in ihrem Leben sei. Die Mutter nickt. Ihr grosser Schmerz sei, berichtet sie unter Tränen, dass ihre Mutter verstarb, als sie gerade 4 Jahre alt war. Geschwister hatte sie keine. Sie sei in der Verwandtschaft herumgereicht worden, im Kindergarten sei man unachtsam mit ihrer Not umgegangen, die neue Frau des Vaters sei im wahren Sinn des Wortes eine böse Stiefmutter gewesen. Im weiteren Verlauf des Gespräches entschliesst die Mutter sich, ihre eigene Problematik aufzuarbeiten.

Erziehung, Psychologie, Meinungen, Psychologie, Wissenschaft, Medizin, Bildungswesen, Hirnforschung, Psychiatrie

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Auszüge aus Alfred Adler-Panorama und weitere Beiträge

Eine Zusammenstellung von Texten und Beiträgen von und über Alfred Adler, 26. Juli 2021

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser,
Das «Adler Panorama», geschaffen vom Pädagogen Michael Felten, ist eine wunderbare Würdigung der Arbeit Alfred Adlers. Auf seniora.org finden Sie eine grosse Auswahl von neueren Texten und Büchern zum Werk des grossen Psychologen. Dieses empfehlen wir Ihnen wärmstens, sowohl zur Lektüre wie auch zur Weiterleitung an Freunde und Bekannte! Herzlich Margot und Willy Wahl

Alfred Adler

Glück

"Jeder Mensch sieht seine
Probleme aus einer Perspektive,
die seine eigene Schöpfung ist."

(in: Lebensprobleme, 1937)

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Alfred Adlers Persönlichkeitstheorie kurz erklärt

Alfred Adler (1870 bis 1937) begründete eine der drei klassischen tiefenpsychologischen Schulen neben Sigmund Freud und Carl Gustav Jung. Adler nannte seine Lehre des Unbewussten „Individualpsychologie“.

von Diethelm Raff*, Psychologe FSP

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser,
Der Mensch hat eine Sozialnatur, er kommt mit einer grossen Lernfähigkeit zur Welt und möchte von Natur aus gerne kooperieren. Dies haben die Psychologen vor gut 100 Jahren erkannt und zu erforschen begonnen. Der beiliegende Text beleuchtet sehr gut die Arbeit und die Erkenntnisse des Psychologen Alfred Adlers, dessen Werk wir unseren Lesern sehr empfehlen möchten. Herzlich Margot und Willy Wahl

Er wollte mit dieser Bezeichnung das In-dividuum betonen, die Unteilbarkeit der menschlichen Persönlichkeit und grenzte sich damit bewusst von Persönlichkeitstheorien ab, die den Menschen in verschiedene Instanzen unterteilen wollten.

Erziehung, Psychologie, Vererbung, Menschenbild

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Britische Brennpunktschule übertrifft alle

Warum erzielen diese Schüler viermal bessere Ergebnisse als der nationale Durchschnitt?

von Peter Aebersold

Michaela.Brennpunktschule

Michaela Community School (Bild zvg)

Bei den letztjährigen landesweiten GCSE-Prüfungen in Grossbritannien, einer nationalen Prüfung für 15- und 16jährige, die ihre zukünftige akademische Laufbahn bestimmt, gab es eine sensationelle Überraschung: Die Brennpunktschule Michaela Community School aus dem unterprivilegierten, mehrheitlich von ethnischen Minderheiten bewohnten Londoner Stadtbezirk Brent überflügelte die meisten britischen Schulen.

Die 2014 gegründete Michaela Community School, die das erste Mal an den nationalen Prüfungen teilnahm, hat Schülern, von denen viele aus Verhältnissen kommen, die benachteiligen, zu einigen der besten Ergebnisse aller nicht selektiven staatlichen Sekundarschulen des Landes verholfen.
Noch bemerkenswerter: Indem die Michaela-Schule auf den bewährten Klassenunterricht, auf geordnete Strukturen und traditionelle Werte wie Autorität, Anstand und Disziplin setzte, schaffte sie den «Brexit» aus der 50jährigen Geschichte erfolgloser progressiver Schulreformen in Grossbritannien. Dabei setzte sie nicht nur das nie erreichte Ziel dieser Reformen, die Chancengleichheit, in die Tat um, sondern erzielte viermal bessere Ergebnisse als der nationale Durchschnitt.

Erziehung, Psychologie, Schule, Menschenbild

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Psychiatrie und Menschenbild – made in USA

Gedanken zur Entwicklung des weltweit meistgenutzten Diagnosemanuals DSM anlässlich der für das Jahr 2013 vorgesehenen Neuausgabe
von Dipl. Psych. und Psychotherapeutin Brigitte Kendel, Berlin, Zeit-Fragen Nr. 1 v. 03. Januar 2012

Diagnostische Manuale als Instrumente theoretischer und praktischer Orientierung

Immer wieder war es das Anliegen von Psychiatrie und Klinischer Psychologie  – ausgerichtet an der medizinischen Diagnostik körperlich-organischer Störungen  – die Vielfalt der Erscheinungsweisen psychologischer Störungen innerhalb eines nachvollziehbaren, theoretischen Gesamtzusammenhangs zu klassifizieren. Das damit verbundene Ziel war es zum einen, die Störungsbilder kategorial zu erfassen, sie in einen systematischen Ordnungszusammenhang zu bringen und eine verbindliche fachliche Orientierungs- und Kommunikationsgrundlage zu schaffen. Ein weiterer damit verbundener Zweck war es, ein Instrument zu entwickeln, das eine über die allgemeine Klassifikation der psychischen Störungen hinausgehende, zuverlässige diagnostische Zuordnung des Einzelfalls ermöglichte und ein Rüstzeug für das Verständnis des ätiologischen und pathogenetischen Bedingungsgefüges als Ausgangspunkt zur Entwicklung der angemessenen therapeutischen Interventionen der jeweiligen Störung bereitstellte.

Psychologie, Vererbung, Psychiatrie, Hirnforchung, Medizin, Menschenbild, USA, Therapie, Diagnose

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Die Diagnose ADHS wird zu oft und zu schnell gestellt: „ADHS ist keine Krankheit“

In manchen Regionen Europas erhält jedes vierte Kind die Diagnose ADHS. Autorin und Apothekerin Amrei Wittwer hält diesen Trend, ebenso wie Ritalin, für fatal.

Ein Interview mit der Autorin
Tiroler Tageszeitung vom Fr. 29.03.2019

 Wittwer Amrei

Frau Wittwer, Ihr Buch trägt den provokanten Titel „Warum ADHS keine Krankheit ist". Worum handelt es sich stattdessen?

ADHS, Erziehung, Psychologie, Vererbung, Psychiatrie, Diagnose

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Das psychotherapeutische Gespräch

Beitrag zur modernen Psychoanalyse und Psychotherapie

Aus dem Amerikanischen übertragen von John Wilkinson

Von Harry S. Sullivan

Über dieses Buch
Buch Sullivan Psychotherapeutisches Gespräch
Harry S. Sullivan, der zu den großen Pionieren der Tiefenpsychologie gehört, ist bei uns noch so gut wie unbekannt. Obwohl seine Lehre in den USA inzwischen den Ruf hat, die Psychiatrie unserer Zeit zu sein und seine Bücher dort zu psychiatrischen Bestsellern wurden, liegt mit diesem Buch »Das psychiatrische Gespräch« das erste Werk Sullivans in deutscher Sprache vor. Die Originalausgabe erschien 1954 in New York und wurde, wie fast alle Werke Sullivans, aus seinem Nachlaß herausgegeben. Dies Buch ist noch heute das einzige in der psychiatrischen Literatur, das den Praktiker in die notwendigen Techniken des psychiatrischen Gesprächs einführt. Es basiert auf Tonbandaufnahmen von zwei Unterrichtsfolgen, die Sullivan an der Washington School of Psychiatry hielt.

Sullivan ergänzte sie durch sorgfältige Aufzeichnungen vor und nach den Unterrichtsgesprächen. In diesem »Psychiatrischen Gespräch« kann man also den Entdecker der modernen Psychiatrie gleichsam bei seiner psychotherapeutischen Arbeit beobachten. Das Buch hat die Spontaneität des praktischen Unterrichts, in dein gelehrt wird, wie ein psychiatrisches Gespräch geführt und wie es nicht geführt werden sollte. Dabei werden die notwendigen Verhaltensweisen des Psychiaters ebenso berücksichtigt wie die psychische und soziale Situation des Patienten.

Psychologie, Vererbung, Psychiatrie, Grundlagen

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Die Angst

Alfred Adler, Menschenkenntnis 1927

Alfred Adler Foto

Eine überragende Bedeutung im Leben eines Menschen hat die Angst.

Ängstlichkeit ist eine ausserordentlich weitverbreitete Erscheinung, die den Menschen von den frühesten Kindheitstagen oft bis ins hohe Alter begleitet und ihm in einem unerhörten Maß das Leben verbittert. Das Kind wächst auf, als wenn es sich in Feindesland befände. Ihm wird das Leben nicht in günstigem Licht erscheinen, weil es immer wieder und von überall her schlimme Eindrücke erwartet. Schliesslich nistet sich die Angst in alle Beziehungen des täglichen Lebens ein. Wir betrachten das, was wir an ihm sehen, als die Abdrücke seiner ersten Kindheitserlebnisse.

Aufgehoben kann die Menschenangst nur durch das Band werden, welches den Einzelnen mit der Gemeinschaft verknüpft.

Nur der wird ohne Angst durchs Leben gehen können, der sich seiner Zugehörigkeit zu den anderen bewusst ist.

Erziehung, Grundlagen

«Psychologische Menschenkenntnis», das Publikationsorgan der 'Zürcher Schule'

Friedrich Liebling lehrte in Zürich von 1952 bis Februar 1982. Seine Seminare besuchten schließlich mehrere tausend Menschen aus dem In- und Ausland; die Adressenkartei soll bis zu 3'000 Personen umfasst haben. Um die Lehre großflächiger zu verbreiten erschien ab 1964 die Zeitschrift „Psychologische Menschenkenntnis“. Ihr war regelmäßig folgender Text vorangestellt, der in aller Kürze wesentliche Grundlagen der Arbeitsweise der Zürcher Schule allgemeinverständlich zusammenfasste. Friedrich Liebling starb im Februar 1982. Die Zeitschrift wurde von einigen seiner Schüler bis zum Ende der 1980-er Jahre weiter herausgegeben. Ab Januar 1986 wurde der genannte einleitende Text in den Heften nicht mehr abgedruckt.

Friedrich Liebling ist ein Experiment auf dem Gebiete der Psychologie gelungen, das erstmals auf naturwissenschaftlichem Boden steht. In seiner induktiv-deduktiven Arbeitsweise ging er weit über die Anfänge (Freud, Adler, Jung u.a.) hinaus. Zur Frage über den grossen Erfolg der ‘Zürcher Schule’ sagte einer seiner engen Mitarbeiter einmal (Auszug aus einem Votum an einem Seminar):

«Der Mensch, der zu uns kommt, der Mensch, der Schwierigkeiten hat in seinem Leben, mit seiner Frau, mit seinem Mann, seinem Kind, seinem Nachbarn, seinem Chef oder seinem Untergebenen, der Mensch, der beim Lernen Probleme hat, oder sonst in seinem Leben nicht zurecht kommt, der ist bei uns kein Fall, kein Patient und kein Klient. Er ist auch nicht krank. Nein, er ist in seiner Kindheit falsch informiert worden.

Und was wir machen? Wir informieren ihn richtig. Das heisst, wir erklären ihm die Grundlagen der modernen Psychologie. Er erforscht seine Lebensgeschichte, erkennt, wie er geworden ist, welche Meinungen er über das Leben, den Mitmenschen und sich hat. Indem wir ihm die Natur des Menschen erklären, beginnt er selbst zu experimentieren.»

Um unsere Leser mit dem wissenschaftlichen Niveau der Arbeit der Zürcher Schule vertraut zu machen veröffentlichen wir hier die ursprüngliche Einleitung der psychologisch herausragenden Publikation und stellen in Zukunft weitere Texte daraus an dieser Stelle zur Verfügung!

Das nachstehende Vorwort, das jedem Heft vorangestellt war, ist heute aktueller denn je:

"Im unaufhaltsamen Siegeszug der Naturwissenschaften hat sich der Mensch immer wirksamere Werkzeuge geschaffen, mit denen er sich sein Leben zu erleichtern und besser zu gestalten vermag. Aber der heute noch überall vorwiegende Mangel an sachlich fundierter Menschenkenntnis stellt den gewaltigen Fortschritt immer wieder in Frage. Neben bewundernswerter technischer Perfektion finden wir das Zusammenleben der Menschen nach wie vor beherrscht vom Dunkel mystifizierender Spekulation und von sozialem Schwachsinn. Trotz aller oberflächlichen Publizität, welche heute auch der Psychologie zukommt, hat die moderne psychologische Aufklärung die allermeisten Menschen noch nicht erreicht.

Erziehung, Psychologie, Vererbung, Meinungen, Psychologie, Wissenschaft, Medizin, Bildungswesen, Hirnforschung, Psychiatrie

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Tiefenpsychologische Menschenkenntnis

Grundlagen zur Arbeitsweise der Zürcher Schule für Psychotherapie

Friedrich Liebling, Zürich

Die traditionellen Theorien der Menschenkenntnis stimmen im wesentlichen darin überein, daß sie den Menschen von außen her, gleichsam schematisch, zu beurteilen versuchen: Ein mehr oder minder genaues Einteilungsprinzip wird an den Menschen herangetragen, mit der Hoffnung, die Fremdpersönlichkeit innerhalb einer Kategorie einfangen zu können. Aus dem Teil wird ziemlich phantasiereich auf das Ganze geschlossen; bevorzugte Reaktionsweisen, Äußerlichkeiten wie Gestalt oder Gesichtsform, Ergebnis eines Tests usw. - aus all dem soll ein Einblick in die Seele des Mitmenschen gewonnen werden, und man gibt sich der Illusion hin, daß ein statistisch unterbautes Schema ermöglichen könnte, mit meßbaren Größen zu arbeiten.

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Beiträge

Nachrichten der Beratungsstelle für Lebensfragen

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