Willy Wahl, Psychagoge

Über mich

Fragt mich jemand, «Wo kommen Sie her»?, sage ich jeweils nach kurzer Denkpause: «Wenn Sie etwas Zeit haben, erzähle ich es Ihnen gerne»

Also, wo komme ich her?

1930 in Münster/Westfalen geboren. Meine Eltern waren 1925 aus Amerika nach Deutschland zurückgekommen, weil mein Vater am Rundfunk – der neuen Technik – eine Stelle als Sprecher angenommen hatte.

1933 übersiedelte die Familie – Vater, Mutter, Grossmutter und Bruder – nach Köln, wo ich meine Kinder- und ersten Schuljahre verbrachte, auf der Strasse Kölsch sprach. Zuhause wurde auf gutes Hochdeutsch Wert gelegt, Mutter und Grossmutter sprachen miteinander Englisch. Kein Wunder, dass ich bald als «sprachbegabt» galt.

1939 wurden mein Vater und mein fünf Jahre älterer Bruder zum Militärdienst eingezogen.

1940 begannen in Köln die ersten Bombardierungen deutscher Städte. Das Leben nachts im Luftschutzkeller wurde besonders für Kinder unerträglich. So kam ich mit der «Kinderlandverschickung» nach Sachsen auf einen Bauernhof. Meine Mutter hatte sich als Betreuerin gemeldet. So sorgte sie dafür, dass ihr Sohn gut untergebracht wurde.

Auf dem Hof gab es Kühe, Zuchtbullen, Pferde, Schweine, Hühner und Tauben. Mir gefiel das Landleben. Ich besuchte das Gymnasium, arbeitete mit im Stall und auf dem Feld, lernte melken, richtig zupacken – und Sächsisch.

1943 holte mich meine Mutter nach München, wohin sie inzwischen zu ihrer Cousine umgezogen war. Ich besuchte das Gisela Gymnasium in Schwabing. Bald wurde auch München bombardiert und Schüler und Lehrer wurden nach Urfeld am Walchensee in die Hotels „Fischer“ und „Jäger am See“ umgesiedelt, wo auch der Unterricht stattfand. Ich lernte Skifahren, war stolz auf meine neuen Ski, die mein Vater aus Norwegen mitgebracht hatte. Hier lernte ich nun auch meine dritte «Fremdsprache»: Bayrisch.

1945, nach Ende des 2. Weltkrieges zurück in München, arbeitete ich eine Weile als Küchenbursche ("Dishwasher") im Hotel Vierjahreszeiten, das amerikanische Offiziere besetzt hatten.

Als nach längerem Unterbruch der Schulbetrieb wieder in Gang kam, fuhren meine Mutter und ich nach Köln, wo ich das Humanistische Gymnasium in Nippes bis zum «Einjährigen» (mittlere Reife) besuchte. Man fand, ich sei nicht «begabt» genug für das Abitur.

Ich wollte Schauspieler werden, wie mein Bruder Wolfgang. Aber der Familienrat befand, die Schauspielerei sei eine brotlose Kunst, als Koch habe man immer etwas zu essen. So machte ich eine Koch- und Kellner-Lehre und begann meine Hotel- und Gastronomie-Karriere, die mich 1953 in die Schweiz führte.

Rasch arbeitete ich mich hoch in führende Positionen in der Luxushotellerie (Palace St. Moritz, Baur au Lac, Zürich). Ich heiratete 1963, bekam zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn, nach sieben Jahren wurde die Ehe geschieden. Meine Ex-Frau wanderte mit den beiden Kindern aus nach Brasilien, was mir schwer zu schaffen machte.

Inzwischen hatte ich die Luxushotellerie verlassen und eröffnete zusammen mit Hazy Osterwald als Partner das «Hazyland» im Kongresshaus in Zürich. Das Geschäft florierte nicht wie gewünscht, so verkaufte ich Herrn Osterwald meine Gesellschaftsanteile und ging als Operationsmanager zu Mobil Oil, die in Europa eine Autobahnrestaurant-Kette aufbauen wollten. Die Chefs in USA hatten nicht mit der Komplexität Europas gerechnet, die Kette wuchs nicht so rasch wie geplant. So wurde die Mobil Oil Tochter «Eurorest» nach wenigen Jahren verkauft.

1970 ging ich als Gastronomieleiter zum Jelmoli-Konzern, wo ich verantwortlich war für die Gastrobereiche in Zürich, in der welschen Schweiz, in Österreich und in Frankreich.

Von 1977 bis 1992 arbeitete ich beim Migros-Genossenschafts-Bund als Direktionsmitglied und Koordinator der M-Gastronomie. Es war eine grosse und lehrreiche Herausforderung für mich, die «Imbissecken», wie man die Esslokale in der Migros damals nannte, in anspruchsvolle Restaurants mit einem zeitgemässem Ernährungs-Konzept umzugestalten**.

Meine Scheidung und der «Verlust» meiner beiden Kinder hatten zur Folge, dass ich begann, mich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens zu beschäftigen, eine Frage, die ich mir vorher nie gestellt hatte. Ich heiratete wieder und bekam 1973 eine Tochter. So wurden die Fragen der Kindererziehung für mich wichtig, die ich mit meiner neuen Partnerin intensiv besprechen konnte. Wir gingen zur Erziehungsberatung der Stadt Zürich, zum damals bekannten Psychologen Herrn Hintermann im «Karl der Grosse». Es war die Zeit der 68er und viele Menschen waren auf der Sinnsuche. «Gibt es einen Aggressionstrieb»? Ist das Modell «Summerhill» das Richtige? Fragen über Fragen, aber keine befriedigenden Antworten.

So stiess ich dank der Empfehlung von Werner Kieser, in dessen Kraftraum ich meine physische Fitness trimmte, auf die Psychologische Lehr- und Beratungsstelle (Zürcher Schule für Psychotherapie) des Psychologen Friedrich Liebling, eine Forscher- und Lehrerpersönlichkeit aus der Wiener Schule Alfred Adlers. Da wir an seiner Schule Antworten auf unsere Erziehungsfragen erhielten, die sich im täglichen Leben bewährten, besuchten meine Frau und ich regelmässig samstags den Erziehungskurs an der Stampfenbachstrasse.

Wir nahmen unter psychologischer Supervision Pflegekinder in unsere Familie auf, was mir ein zusätzliches Lernfeld eröffnete: Ich merkte, dass mein Charakter, der auf Leistung und Disziplin ausgerichtet war, was mir im Berufsleben zu Erfolg verholfen hatte, für die Kindererziehung nicht hilfreich war. Friedrich Liebling vermittelte uns in seinen Seminarien, dass der Mensch WIRD und nicht IST, dass also der Charakter nicht vererbt, sondern in den frühen Kindertagen erworben wird und daher auch mit einer seriösen Psychoanalyse und -therapie veränderbar sei. Dies war für mich ein derartiges Aha-Erlebnis, dass ich begann, Bücher über Bücher zu studieren, die dieses Thema behandelten: Adler, Spitz, Portmann, Ainsworth, Bowlby, Benedict, Kropotkin, Rocker, Leakey, Sullivan, Fromm-Reichmann, um nur einige zu nennen. Ich wurde ein aktiver  Schüler und Teilnehmer in vielen therapeutischen Praxis- und Gruppengesprächen. Mir wurde klar, dass das in Fachkreisen vorhandene psychologische Wissen, das Wissen über das menschliche Seelenleben, auch an die Allgemeinheit weitergegeben werden muss, ein Anliegen, das sowohl Alfred Adler wie auch Friedrich Liebling zutiefst bewegte.

So besuchte ich berufsbegleitend den anspruchsvollen Lehrgang für Psychagogik  und Psychotherapie, machte eine Charakteranalyse und war bis zum Tode von Friedrich Liebling einer seiner aufmerksamen Schüler*. Wir wurden zu einer gesuchten Pflegefamilie und haben bis heute noch zu einigen unserer Pflegekinder gute Beziehungen.

Weil privates Glück eng mit der Gestaltung unserer gesellschaftlichen Verhältnisse verknüpft ist, widme ich mich mit meiner Frau seit langem dem Aufbau des Internetportals Seniora.org, das wesentliche Informationen zu den Themen Erziehung, Ethik und Politik der Allgemeinheit zur Verfügung stellt.

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich denn eine Praxis hätte, wo man Fragen der erfolgreichen Kindererziehung und Lebensgestaltung mit mir besprechen könne.

Diese Möglichkeit stelle ich mit der «Beratungsstelle für Lebensfragen» zur Verfügung und freue mich auf die Menschen, denen ich mit meinem reichen Schatz an Wissen und Lebenserfahrung zur Seite stehen kann.

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*Mein Psychologiestudium an der Psychologischen Lehr- und Beratungsstelle PLB, Leitung Friedrich Liebling

Ich absolvierte von 1977 bis 1980 berufsbegleitend den Lehrgang für Psychagogik und Psychotherapie (Charakter- und Lehranalyse) mit folgenden Fächern:

  • Teilnahme an Einzelsitzungen, Kontrollanalyse
  • Leitung von Gruppen
  • Umgang mit Kindern
  • Betreuung von neurotischen Patienten
  • Erziehungsberatung

Zusätzliche Fächer:

  • Anthropologie
  • Ethnologie

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*Die Qualifikation meiner Persönlichkeit in meinem Abgangszeugnis vom Migros-Genossenschafts-Bund 1992 ist nicht zuletzt meiner psychologischen Schulung zu verdanken:

«Hohe Fachkentnisse, (...) analytisches Denken und eine starke charakterliche Persönlichkeit. (...) Sein Flair, die Bedürfnisse der Menschen, den Wandel in der Gesellschaft sowie das Machbare zu erkennen, ist stark ausgebildet. Sein Führungsstil ist partizipativ, feinfühlig, voller Respekt für die Mitarbeiter, konsequent, hartnäckig in der Erreichung der gesetzten Ziele (...) Seine Fähigkeit zu motivieren ist sehr ausgeprägt.»

Beiträge

Nachrichten der Beratungsstelle für Lebensfragen

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